Theodor-Heuss-Kolleg: Fundraising 2.0

Best Practices

Balkans, let’s get up! Fundraising 2.0

Was kann man tun, um unabhängig zu arbeiten aber auch die wichtigen Initiativen junger Projekte fördern zu können? Ein Gespräch mit Andrea Zsigmond von Balkans, let's get up! über das Fundraising für die Projekte der Aktivisten in Südosteuropa.

Im letzten Programmjahr  habt ihr ausprobiert, was es heißt, Fundraiser zu sein.

Wir haben verschiedene Ideen durchgespielt. Am Ende haben wir drei mögliche Wege getestet: Wir haben unsere Teilnehmer aktiviert, Online-Fundraising ausprobiert und haben uns persönlich aufgemacht, um potenzielle Förderer und Partner vor Ort anzusprechen.

Ihr regt die Kollegiaten an, Ressourcen in ihrer direkten Umgebung zu nutzen, in ihrem Umfeld selbst für ihre eigenen Ideen aktiv zu werden.

Wenn die Kollegiaten ihre Idee entwickelt haben, ein Projektplan und ein dazugehöriger Budgetplan entstehen, beraten wir sie und, wie sie ihre Idee auch mit kleinem finanziellem Aufwand umsetzen können. Wir machen ihnen Mut, regionale Produzenten und Firmen anzusprechen und durch sie beispielsweise Seminarverpflegung sponsern zu lassen. Da geht es fast immer um geldwerte Leistungen und Sachmittel. Denn nicht immer ist es Geld, das fehlt. Bei einem Projekt waren die Teilnehmer darauf angewiesen, dass die Bäume, die sie pflanzen wollten, von A nach B transportiert wurden – sie haben dann Sponsoren gesucht, die ihnen ein geeignetes Fahrzeug leihen könnten.

Was sind deine Learnings? Dos and Don’ts für die nächste Aktion?

Online-Fundraising ist eine gute Möglichkeit, kleine Summen für Projekte zu sammeln. Insgesamt sind fast 700 Euro gespendet worden. Aber so nebenbei macht man das nicht. Ich muss aber auch dazusagen, wir haben es zum ersten Mal ausprobiert. Mit der Zeit werden wir sicher routinierter. Ich würde auf jeden Fall noch einmal auf Öko-Projekte setzen und ich würde wieder nur fünf Projekte einstellen. Die Option, auch an die Organisation direkt zu spenden, würde ich gern überall sichtbar machen.

Habt ihr im Zuge des betterplace-Experiments Neues über Fundraising auf dem Balkan gelernt?

Wir haben in Erfahrung gebracht, dass es auch in Serbien Online-Spendenplattformen gibt. Das wäre eine weitere gute Möglichkeit, um dort die serbischen Projekte vorzustellen.

Natürlich sind diese Tools super, doch um Großspender und Partner zu gewinnen, ziehe ich den persönlichen Kontakt vor. Beispielsweise beim Deutschen Wirtschaftsclub Siebenbürgen in Rumänien oder bei den Botschaften in Serbien würde ich mich und unsere Arbeit immer persönlich vorstellen. Ich finde, dafür sollte man sich wirklich Zeit nehmen, denn man möchte ja auch etwas sehr Wichtiges – neue Partner finden.

Andrea Zsigmond

"Online-Fundraising ist eine gute Möglichkeit, kleine Summen für Projekte zu sammeln."

Andrea koordinierte bis Januar 2017 das Programm Balkans, let's get up!