Programmevaluationen stellen heutzutage einen festen Bestandteil von Bildungsprogrammen dar. Die Evaluationszugänge und –methoden variieren allerdings in Abhängigkeit von dem jeweiligen Kontext und Ziel der Evaluation.
Partizipative Evaluationsstrategien basieren auf der Tradition der Aktionsforschung und werden vor allem im Bildungsbereich (besonders im Rahmen der politischen Bildung) immer mehr verwendet (vgl. Ulrich, Wenzel 2003). Partizipative Evaluation ermöglicht es, die Resultate der Evaluation direkt in die Weiterentwicklung und qualitative Steigerung des Bildungsprogramms einfließen zu lassen. Evaluation verstanden als ein „sozialer Prozess“ kann selber eine Bildungswirkung erzeugen und zur Ursache von neuen Lernerfahrungen werden, was für den Rahmen der politischen Bildung sehr geeignet ist. (vgl. Ulrich, Wenzel 2003: 31).
Grundlegend für partizipative Evaluation ist die Einbeziehung von allen „Stakeholdern“ in den Evaluationsprozess. Ihre Interessen und Bedürfnisse sind entscheidend für die Formulierung der Leitfragen der Evaluation. So entsteht eine Begleitgruppe mit Vertretern der unterschiedlichen Stakeholder (Partnerorganisationen, SeminarleiterInnen, TeilnehmerInnen, Geldgeber usw.), die gemeinsam die Leitfragen für die Evaluation entwickelt und die Resultate im Prozess der Evaluation diskutiert und interpretiert.
Partizipative Evaluation kann als ein zyklischer Prozess charakterisiert werden (vgl. Bergold 2007), in dem mehrere für die Optimierung der Programmpraxis relevante Fragen untersucht werden können. Die Forschungsfragen werden aus der Praxis abgeleitet, die Daten werden mit passenden Erhebungsmethoden gewonnen und die Resultate werden in der Begleitgruppe zur Diskussion gestellt. Die Ergebnisse und daraus folgende Schlussfolgerungen werden aus allen möglichen Perspektiven betrachtet und nach einem Aushandlungsprozess für den weiteren Programmverlauf nützlich gemacht. Neue Forschungsfragen basieren auf der fortlaufenden Reflexion der Praxis und der eingetretenen Veränderungen. Der neue Zyklus beginnt mit der Formulierung der Leitfragen sowie der Bestimmung der Erhebungsinstrumente und wird mit der Diskussion der Resultate und Veränderung der Praxis fortgesetzt.
Partizipative Evaluation entspricht somit der Dynamik des Bildungsprogramms, greift die Bedürfnisse der Praxis auf und kann anhand der Ergebnisse Veränderungen direkt in das Bildungsprogramm implementieren.