Leitbild

Das Theodor-Heuss-Kolleg hat als Träger der politischen Bildung einen Werte-Hintergrund, aus dem sich wiederum die eigenen Ansprüche an die Arbeit ergeben. Es orientiert sich an die demokratischen Grundwerte wie Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung. Orientierung an diesen Werten heißt nicht, eine abgeschlossene programmatische Vorstellung von Bürgerschaft, Zivilgesellschaft oder Demokratie zu transportieren. Das Kolleg stellt die Teilnehmer am Programm in den Mittelpunkt zu stellen - ihre Vorstellungen und ihr Wissen.

Seminarleiter und Programmkoordination vertrauen deshalb in die Fähigkeiten der Kollegiaten und respektieren ihre Einstellungen und Entscheidungen unabhängig von politischen Unterschieden, Religion oder Ethnie.

Übernahme von Verantwortung

Unser Ziel ist es, jungen Menschen die Übernahme von Verantwortung nahe zu bringen. Diese ist unserer Meinung nach nicht von ethischen Aspekten zu trennen: Verantwortung nicht nur im Sinne einer verantwortungsvollen Position, sondern auch im Sinne des Respekts vor der Freiheit der Anderen - sei es anderer Völker und Bevölkerungsgruppen oder anderer Mitarbeiter in Projekt und Beruf. In diesem Sinne ist ein Punkt in der Programmatik unseres Namensgebers, des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss, zentral: "Die äußere Freiheit der Vielen lebt aus der inneren Freiheit des Einzelnen."

Pluralität schätzen und nutzen

Das Theodor-Heuss-Kolleg möchte, dass die jungen Menschen Pluralität schätzen und nutzen: Schätzen als respektvolle Begegnung zwischen unterschiedlichen Menschen. Nutzen als Chance für den Blick über die eigenen Grenzen und Vorstellungen.

Dahinter steht die Idee, dass in einem die Freiheit und Würde des Einzelnen respektierenden Gemeinwesen die formale Demokratie der Verfassungsinstitutionen ergänzt sein muss durch eine auf Respekt  aufbauende innere Haltung seiner Bürger.

Methodischer Ansatz: Handlungsorientierung

Im Theodor-Heuss-Kolleg wird ein praxisorientierter Bildungsansatz verfolgt: Es unterstützt und bestärkt seine Stipendiaten, ihre eigenen Bedürfnisse in den öffentlichen Raum einzubringen und diesen zu gestalten. Beim Gestalten erwerben die Kollegiaten die notwendigen Kompetenzen, um in fremden Situationen zu agieren und ihr Leben selbstbestimmt zu leben.

Deshalb ist es und wichtig, junge Menschen dabei zu unterstützen, ihre persönliche Entwicklung bewusst zu gestalten. Im Konkreten heißt dies, zu trainieren. ihre Umgebung genauer wahrzunehmen und eigene Bedürfnisse formulieren und reflektieren zu lernen.

Selbst gesteuerte nicht-formelle Bildung

Praktische Projektarbeit im Theodor-Heuss-Kolleg ermöglicht die Einflussnahme auf gesellschaftliche Projektfelder und den Erwerb von praxisbezogenen und zukunftsorientierten Qualifikationen als Ergänzung zur üblichen formellen (akademischen) Ausbildung. Die Kollegiaten bestimmen selbst, in welchen Bereichen sie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen ausbauen wollen.

Dieser Lernprozess ist für das Kolleg zentral: Es legt mindestens genau so viel Wert auf seine Reflexion wie auf die erfolgreiche Projektdurchführung: Der Weg ist das Ziel. Und das Ziel ist es, selbständig Wege beschreiten zu lernen.

Öffnung nach außen

Das Netzwerk von Akteuren, in das das Theodor-Heuss-Kolleg eingebettet ist, sowie das, in dem die Kollegiaten-Projekte agieren, bilden die Grundlage dafür, die erworbenen Kompetenzen und das geweckte Engagement weiter zu entwickeln. Darum bestärkt das Theodor-Heuss-Kolleg seine Kollegiaten darin, den Kontakt mit der sie umgebenden Öffentlichkeit zu suchen und Projekte nicht lediglich für sondern mit ihrer Umgebung durchzuführen. Das Theodor-Heuss-Kolleg als Institution begreift sich in diesem Sinne als Vorbild: Es gibt sein Wissen nach außen und entwickelt es mit Anderen weiter.


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Aufgabe und Selbstbild