Internationalität und Interkulturalität

Von Anfang an legte das Kolleg Wert darauf, nicht nur bei der Teilnehmerauswahl eine internationale, sondern auch eine interkulturell vermittelnde Organisation zu werden. Auch wenn die Sprache in der Ausbildung deutsch, der Namensgeber ein deutscher Politiker und es ein Programm einer deutschen Stiftung ist, gehört das internationale Lernumfeld, das das Kolleg seinen Stipendiaten zur Verfügung stellt, zu den unverzichtbaren Bestandteilen der Ausbildung.

Dies beginnt bei den Sommerseminaren: Sie finden in verschiedenen Ländern statt, zudem zu Themen, die zwar in allen Ländern relevant sind, aber durchaus unterschiedliche Sichtweisen einschließen. Auch die Mehrzahl der Seminarleiter kommt nicht aus Deutschland ? und viele von ihnen haben selbst die Ausbildung des Kollegs durchlaufen, können also diese Erfahrung überzeugend vermitteln.

Praxis interkulturellen Lernens

Internationalität kann nur in einer kulturellen Praxis des interkulturellen Lernens eingebettet sein: So wie internationale Projektteams sich mit den Herausforderungen interkultureller Kommunikation auf einer ganz praktischen Ebene auseinandersetzen müssen, so gilt dies auch für die Institution Heuss-Kolleg als Ganzes. Mit neuen Ländern kommen neue Themen hinzu, andere Blickwinkel auf die eigenen Erfahrungen und andere Ansprüche an die didaktische Vermittlung. Die Erfahrungen zeigen übrigens, dass gerade der internationale Aspekt der Arbeit des Kollegs Auswirkungen auf die Entwicklung der Stipendiaten nimmt. Der im Rahmen der Projektarbeit erworbene Blick über den Tellerrand der eigenen Umgebung weitet die Optionen in der zukünftigen Lebensplanung aus. 30 Prozent der Stipendiaten aus dem gesamten Zeitraum von fünf Jahren halten sich zum Zeitpunkt der Befragung im Frühjahr 2006 nicht in ihrem Heimatland auf (hauptsächlich aus Gründen der Qualifizierung). Es scheint einen Zusammenhang zu geben zwischen Mobilität einerseits und erfolgreichem Engagement, dem Zugewinn an praktischem Wissen (etwa zum Projektmanagement) und der Möglichkeit der Vernetzung auf der anderen Seite.

Kooperation und Öffnung nach außen

Um diese Internationalität zu bewahren und auszubauen, bemüht sich das Kolleg um vielfältige Kontakte und Kooperationen im In- und Ausland. An Bedeutung gewinnt auf der institutionellen Ebene immer mehr die regionale
Zusammenarbeit mit Organisationen, die außerhalb Deutschlands beheimatet sind. Sichtbarstes Beispiel dafür ist zum Beispiel die Opens internal link in current windowKooperation mit dem Gebiet Perm in der Russischen Föderation. Hier konzipiert das Kolleg gemeinsam mit den russischen Partnern eine Seminarreihe in russischer Sprache.


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Aufgabe und Selbstbild